Zwischen Lehener Straße und Sundgauallee nimmt eines der derzeit bedeutendsten städtebaulichen Projekte in Freiburg Gestalt an: das neue Wohnquartier Kleineschholz. Rund 550 Mietwohnungen sollen hier entstehen – ein wesentlicher Beitrag zur Entspannung der angespannten Wohnraumsituation in der Stadt. Insbesondere Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen sollen vom neuen Angebot profitieren.
Das ursprünglich verfolgte Modell sah vor, die Baugrundstücke im sogenannten Erbbaurecht zu vergeben. Auf diese Weise wollte die Stadt langfristig die Kontrolle über die Nutzung der Flächen behalten und Spekulationen vorbeugen. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich spürbar verändert: Die gestiegenen Baukosten stellen Bauherren wie Investoren vor große Herausforderungen.
Daher denkt die Stadtverwaltung nun um. Im Gespräch ist der direkte Verkauf der Grundstücke – allerdings mit einer klaren vertraglichen Regelung: Ein Rückkaufsrecht nach 99 Jahren soll sicherstellen, dass die Stadt langfristig Einfluss auf die Entwicklung des Quartiers behalten kann. „Wir müssen flexibel agieren und tragfähige Kompromisse finden“, betont ein Sprecher der Stadt. „Das Rückkaufsrecht ermöglicht es uns, trotz eines Verkaufs unsere städtebaulichen und sozialen Ziele langfristig zu sichern.“
Das Quartier Kleineschholz wird nicht nur neuen Wohnraum schaffen, sondern auch auf eine moderne, nachhaltige Quartiersentwicklung setzen. Geplant sind neben den Mietwohnungen auch großzügige Grünflächen, eine verkehrsberuhigte Infrastruktur mit innovativen Mobilitätsangeboten sowie soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Nachbarschaftszentren. Die Stadt verfolgt damit das Ziel, ein lebendiges, sozial durchmischtes und ökologisch nachhaltiges Quartier zu entwickeln.
Kritik gibt es unterdessen von einigen Initiativen, die befürchten, dass ein Verkauf der Grundstücke – auch mit Rückkaufsrecht – langfristig zu einem Verlust kommunaler Steuerungsmöglichkeiten führen könnte. Sie fordern, das Erbbaurecht beizubehalten und die Stadt solle durch gezielte Förderungen und Partnerschaften mit gemeinwohlorientierten Bauträgern die Umsetzung sicherstellen. Die Stadtverwaltung betont jedoch, dass der finale Beschluss noch aussteht und die Diskussionen in Politik und Öffentlichkeit weitergeführt werden sollen.
Der Baubeginn für das neue Wohnviertel ist in den kommenden Jahren vorgesehen. ak